Abgesaugt werden können: Doppelkinn, Oberarme, Brust, Bauch, Hüfte,
Po, sogenannte Reithosen, Oberschenkel innen und außen, Unterschenkel,
Waden bei Männern und Frauen.
Die modernste und sicherste und damit aktuelle, einzig empfohlene Methode
ist die Ultratumeszenz Absaugung in Lokalanästhesie. Bei der Auswahl
Ihres Chirurgen sollten Sie unbedingt darauf achten, dass er diese Technik
verwendet.
Die Fettabsaugetechniken haben sich in den letzten Jahren grundlegend geändert.
So hat man früher in Vollnarkose und ohne Einspritzung von Flüssigkeit
und mit bis zu 1 cm dicken Kanülen die Fettzellen herausgerissen. Dabei
kam es fast immer zu größeren Blutungen, teilweise auch zu Embolien,
die dazu führten, daß es den Patienten längere Zeit nicht
gut ging und es sogar zu Todesfällen kam wenn Sie jetzt noch von
Todesfällen in der Presse lesen, sind das immer Patienten gewesen, die
in Vollnarkose operiert wurden. Eine Verbesserung brachte die Benutzung von
geringen Mengen an Flüssigkeit mit Adrenalin, welche die Blutung reduzierten
(Nasstechnik, fälschlicherweise manchmal auch als Tumeszenz bezeichnet).
Es wurden dabei auch Experimente mit Ultraschallabsaugungen gemacht, die jedoch
wegen der starken Hitzeentwicklung das Risiko großflächiger Haut-
und Unterhautzerstörungen mit sich brachten.
Erst vor etwa 12 Jahren kam es durch die Arbeiten von Jeff Klein, einem amerikanischen
Dermatologen, zu dem entscheidenden Durchbruch, den Prof. Mang und Dr. Sattler
in Deutschland noch verfeinert haben. Es wird durch die Einbringung großer
Mengen Kochsalzlösung mit Lokalanästhesie und weiteren Substanzen
in die abzusaugenden Zonen zunächst einmal eine Betäubung erreicht.
Außerdem kommt es nach einer Einwirkzeit von ca. 45 Minuten zu einem
Wässern der Fettzellen, so daß das Fett dann mit besonders
feinen (2 bis 3 Millimeter) Kanülen goldgelb abgesaugt werden kann, ohne
daß es zu nennenswertem Blutverlust kommt. Die einzige Beschränkung
der Methode liegt in der Menge der zu applizierenden Tumeszenzlösung:
Um Überdosierungen und entsprechende Nebenwirkungen der beigefügten
Substanzen zu vermeiden, darf nicht wesentlich mehr als 6 bis maximal 7,5
Liter, je nach Körpergewicht, injiziert und maximal 4 Liter reines Fett
abgesaugt werden. Aus Sicherheitsgründen sollte sich der Chirurg an diese
Regel halten, was bei manchen Patienten mit mehreren oder sehr großen
Problemzonen bedeuten kann, daß sie ein zweites Mal nach etwa 3 Monaten
operiert werden müssen, um ein optimales Ergebnis zu erreichen. Für
Ihren persönlichen Fall wird Ihr Chirurg die voraussichtlichen Grenzen
mit Ihnen besprechen.
Die Methode hat neben der Minimierung der Gefahr zusätzlich als einzige
den Vorteil, daß sich die Haut nach dem Eingriff wieder strafft, da
die Unterhautstrukturen kaum zerstört werden. Wegen der dünnen Kanülen
ist die Absaugung allerdings sehr zeitaufwendig, der komplette Eingriff dauert
fast 4 Stunden. Es wird empfohlen, zur Sicherheit und auch aus Bequemlichkeitsgründen
(es laufen über mindestens 12 Stunden noch größere Mengen
an Sekret aus den nur geklebten Einstichwunden) bei größeren Absaugungen
eine Nacht stationär in der Klinik zu bleiben, der Eingriff kann auf
Wunsch, vor allem bei kleineren Arealen, aber auch ambulant erfolgen.
Nach der Operation muß der Patient für 7 Tage ständig ein
spezielles Mieder tragen. Im Anschluß sollte das Mieder für weitere
4 Wochen soviel wie möglich getragen werden damit die Haut gut komprimiert
wird und sich wieder straffen kann. Der Straffungseffekt kann durch Lymphdrainage
ab dem 5. Tag beschleunigt und verstärkt werden. Nach den 4 Wochen kann
das Mieder abgelegt werden. Sport kann ab der 2. Woche langsam beginnend wieder
betrieben werden, auf Sauna und Solarium sollten Sie für mindestens einen
Monat verzichten.
Sollten in seltenen Ausnahmefällen starke Rötungen, Fieber oder
extreme Wasseransammlungen in den Beinen auftreten, müssen Sie sich sofort
melden und einen dringenden Kontrolltermin bei Ihrem Chirurgen vereinbaren.
Am Tag der Operation sollten Sie direkt postoperativ und dann bis 24 Uhr jede
Stunde etwa 10 Minuten aufstehen und umhergehen. Dies beugt einer Thrombose
vor und fördert das Austreten vor noch im Körper befindlicher Tumeszenzlösung.
Um das Risiko einer Thrombose zusätzlich zu verringern wird von verantwortungsbewussten
Chirurgen vor der Operation die sogenannte APC Resistenz und die Glucose-6-Phosphatdehydrogenase
bestimmt. Wenn hierbei ein erhöhtes Risiko zutage tritt sollte nicht
oder nur unter ganz bestimmten Vorscihtsmaßnahmen operiert werden, da
es sich hier um einen medizinisch nicht notwendigen Eingriff handelt und deshalb
jedes bekannte Risiko vermieden werden muß.
Hämatome sind für bis zu 3 Wochen normal, bei stärkeren Schmerzen
wenden Sie sich bitte sofort an Ihren Chirurgen oder den Hausarzt am Heimatort.